Stellungnahme zur Berichterstattung in der Sonntagszeitung vom 29.11.15

Dienstag, 1. Dezember 2015

Die von den Kritikern angeführten Argumente und Vorbehalte zum Lehrplan 21 sind nicht neu. Viele davon sind aber schlicht falsch. So ist beispielsweise das Wissen für den Erwerb von Kompetenzen zentral. Auch vom sogenannt „selbstgesteuerten Lernen“ steht im Lehrplan 21 kein Wort. Unbegründet und unhaltbar ist auch die Kritik, über den Lehrplan habe es keine öffentliche Debatte gegeben und dieser werde eingeführt, „ohne dass irgendein Parlament oder eine demokratisch legitimierte Instanz dazu irgendetwas sagen konnten“. Fakt ist:   In jedem Kanton, der sich am Projekt beteiligt hat, haben die gesetzlich zuständigen und demokratisch gewählten Behörden zweimal über ihre Beteiligung an der Erarbeitung der Lehrplanvorlage entschieden. Die Gremien werden nun auch über die Einführung entscheiden oder haben bereits entschieden. Sie haben hierzu einen gesetzlichen Auftrag, und sie sind nach demokratischen Spielregeln in dieses Gremium gewählt worden. Zu den Grundlagen und zur Lehrplanvorlage fanden zwei breite und öffentliche Vernehmlassungen statt.

Die in diesen Vernehmlassungen geäusserte Kritik wurde ernst genommen und führte zu verschiedenen umfangreichen konzeptionellen und inhaltlichen Änderungen an der Vorlage. In vielen Kantonsparlamenten wurden nach der Freigabe der Vorlage zur Einführung in den Kantonen parlamentarische Vorstösse eingereicht mit dem Ziel, die Einführung des Lehrplans 21 zu verhindern, zu verzögern oder dem Referendum zu unterstellen. Mit Ausnahme des Kantons Basel-Landschaft wurden alle diese Vorstösse, soweit sie bis heute behandelt wurden, von den Parlamenten mit deutlichen Mehrheiten abgelehnt. Damit haben diese Parlamente ihren kantonalen Lehrplanbehörden das Vertrauen ausgesprochen.   Fazit: Die Berichterstattung in der Sonntagszeitung kann nicht im Sinne eines Mediums sein, das journalistische Qualitätskriterien hochhält.   Weitere Informationen zur Kritik am Lehrplan 21 finden Sie hier.   Die Berichterstattung in der Sonntagszeitung zur gesamtschweizerischen Bildungsharmonisierung der Volksschule ist nicht Gegenstand dieses Textes. Die EDK wird sich dazu in einem eigenen Text äussern. Sie finden ihn hier.  

Herausgeber: D-EDK Geschäftsstelle   Kontaktperson: Regierungsrat Christian Amsler, Präsident der D-EDK, Vorsteher des Erziehungsdepartementes des Kantons Schaffhausen, Tel. +41 79 229 08 85 oder +41 52 632 71 95